Kleines Püppchen, Teddybär (Kritik von Mr. Nice Guy)

Veröffentlicht: 20. September 2011 in - Kritiken von Mr. Nice Guy, Drama
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Wie jetzt? Mehrere Kritiken zu einem Film?
Warum nicht? Immerhin sind wir vier Filmschatzsucher mit vier Meinungen!
Dr. Mambo`s Kritik habt ihr gesehen, nun könnt ihr meine lesen.
Kurzfilme führen immer schon ein gewisses Schattendasein in der Welt des Filmes. Warum das so ist, kann ich leider nicht sagen. Sicher ist jedenfalls das ich einige Filme gesehen habe, die intensiver und besser gewesen wären, wenn man sich auf das Wesentliche beschränkt hätte und ihn nicht mit sinnlosen Nebenstorys überfrachtet hätte, nur um ein Kino- und Fernsehtaugliches 90 Minuten Format zu erreichen.

Diesen Fehler hat das Team von „Kleines Püppchen, Teddybär“ zum Glück nicht gemacht. Hier geht es einzig um die Hauptfigur Johannes, der unter Pädophilie leidet und deren Verkörperung Nikolai Will übernommen hat. Ich schreibe hier absichtlich das er unter Pädophilie „leidet“! Denn hier wird nicht das Monster dargestellt, was aus diesen kranken Menschen oft gemacht wird, sondern es wird auf ihn eingegangen und gezeigt das er keinesfalls ein Mann ist dem es egal ist was er den Kindern antut und das er genau weiß, dass seine Neigung nicht richtig ist.
Ich denke mir, dass es für einen Schauspieler nicht einfach ist, sich für eine Rolle wie diese zu entscheiden. Immerhin werden Schauspieler die Massenmörder, Amokläufer, Mafiakiller oder andere Menschen die schlimme Verbrechen darstellen, oftmals sogar zu Helden in den einzelnen Filmen und haben viele Fans und offenbar auch eine recht gute Lobby.
Bei Vergewaltigung und Kindesmissbrauch fällt mir aber keiner ein, der als Poster in Jugendzimmern hängt.
Nikolai Will hat es gewagt, sich an der Darstellung eines solchen Menschen zu versuchen und hat mich damit sehr beeindruckt. Das Klischee des gefühlskalten Verbrechers, wird hier in keinem Moment ausgepackt. Er zeigt einen Menschen der eben nicht in den Büschen sitzt und Kinder entführt oder einen der sich, wie selbstverständlich, ein Kind in den Keller sperrt um mit ihm machen zu können was er will und wann er es will.
Er zeigt einen Mann der sehr einsam lebt, die Außenwelt versucht zu meiden und der immer, nachdem ihn seine Gefühle übermannt haben, von Selbsthass gepeinigt wird und offenbar völlig überfordert ist mit sich selber und mit seinen Gefühlen.
Auf welche Weise Nikolai Will das darstellt, werde ich hier natürlich nicht verraten. Da müsst ihr euch den Film schon selber ansehen. Aber ich sage euch gleich, dass es keine leichte Kost ist.

Abschließend möchte ich mich bei dem ganzen Team bedanken, das natürlich aus mehr Menschen als dem Hauptdarsteller besteht. Allen voran natürlich Manuela Schuster, die hier Regie führte und einen großen, kurzen Film geschaffen hat, der hoffentlich ein großes Publikum erreichen wird. Er hat es wirklich verdient!

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